Abschied von Jovan Nenadov
20.01.1924 - 06.07.2010
ГС Am Sonntag, den 6.Juli 2010 ist jovan Nenadov, Patriot im wahren Sinne des Wortes, ein Mann von hoher politischer Kultur, Mitbegründer und langjärhiger Präsident der Dreifaltigkeitskirchgemeinde nach kurzer Krankheit gestorben.
Jovan Nenadov ist am 20. Januar 1924 in Srbobran geboren, wo er die Primarschule begann. Die Familie zog später nach Novi Sad, wo J.N. das Gymnasium besuchte, um dann 1942 im unter Besatzung stehenden Belgrad seine Matur bestehen. Da zu dieser Zeit die Universität geschlossen war, verzögerte sich seine weitere Ausbildung.
Er wurde dann anfangs 1945, gegen das Kiregsende hin mobilisiert und musste daher icht mehr an Kriegshandlungen teilnehmen. Die meiste Zeit seines Dienstes verbrachte er in einem Disziplinarbataillon, weil er seine negative Einstellung gegenüber den neuen Machthabern des Landes nicht verhehlte.
Nach der Demobilisierung konnte er mit fünf Jahren Verspätung sein Studium an der Universität in Belgrad aufnehmen. Er hatte sich für ein Bauingenieur entschieden, welches er im Jahre 1952 als einer besten Studenten mit dem Diplom abschloss.
Nach dem Studium arbeitete er als Ingenieur in Belgrad und konnte schon zu Beginn seiner Karriere die Realisierung einiger seiner Brückenprojekt erleben. Das Projektieren von Brücken sollte für immer sein Spezialgebiet bleiben.
1960 kam Jovan Nenadov in die Schweiz und liess sich in Bern nieder. Auch hier projektierte er Brücken. Seine verwirklichten Ideen stehen noch heute über der Autobahn Bern-Zürich, in der Nähe von Arth-Goldau und an verschiedenen Orten in der Ostschweiz.
So wie er Brücken über Flüsse und Schluchten projektierte, so baute er auch Brücken zwischen Menschen und Ländern. Ihm war es gelungen, sich voll in die schweizerische Gesellschaft zu integrieren, ohne dabei seine Identität zu verlieren. Das wünschte er sich auch für seine Landsleute, welche ab 1967 immer zahlreicher in die Schweiz kamen. Es war deshalb nur folgerichtig, dass er 1969 zum Mitbegründer der ersten serbisch-orthodoxen kirchgemjeinde in der Schweiz und ihr erster Präsident wurde.
Der Zerfall seiner Heimat anfangs der neunziger Jahre berührte ihn sehr, ebenso die Haltung eines Teils der weltlichen Medien gegenüber „den Serben“. Dies motivierte ihn zu einer neuen Laufbahn, derjenigen des Polemikers, Artikelschreibers, Advokaten der Wahrheit. Handlungen wider die Menschlichkeit verurteilte er. Mit vollem Herzen setzte er sich ein, für das Argumentieren auf Grund von beweisbaren Tatsachen, für eine tolerante Debatte, gegen Intoleranz und Vorurteile. Welche zur Kollektivverurteilung eines ganzen Volkes führen. Er schrieb bis ans Ende seiner Tage und stellte seine Texte den Redaktionen von Medien zu, in dem er sich als Ingenieur für das präzise Wort der Wahrheit und gegen das Wort des Hasses einsetzte.
Jovan Nenadov hinterlässt Ehefrau, Tochter und Enkelin
