Der Jubiläumsfestakt begann mit Gebet und kurzer Würdigung S.H. Patriarch Pavle
Der Jubiläumsempfang mit Festakt aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums der Serbisch-orthodoxen Kirchgemeinde Hl. Dreifaltigkeit in Zürich begann mit einem Gebet und einer kurzen Würdigung von S.H. Patriarch Pavle in der Dreifaltigkeitskirche. Anwesend waren Vertreter der Landeskirchen, der Zürcher Regierung, sowie Persönlichkeiten aus Diplomatie, Wirtschaft und Kultur.
Infolge der Trauerfeierlichkeiten für S.H. Patriarch Pavle in Belgrad konnten keine Gäste der Orthodoxen Kirche anwesend sein. Wir wurden gebeten, den Festakt zu verschieben, was angesichts der übrigen hohen Gäste aus dem In- und Ausland nicht möglich war.
Erzpriester Drasko Todorovic, Pfr. em. von Zürich würdigte in einer kurzen Ansprache den verstorbenen Patriachen Pavle.

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 Erzpriester Drasko Todorovic würdigt den verstorbenen Patriarchen Pavle
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Geliebte in Christus
Gestern, Donnerstag ist S.H. Patriarch Pavle im Kloster Rakovica bei Belgrad beigesetzt worden. Nicht nur hat die Serbisch-orthodoxe Kirche ihr Oberhaupt verloren, sondern ganz Serbien eine Vaterfigur und die Dreifaltigkeitsgemeinde ihren wichtigsten Fürsprecher.
Budimo ljudi, seien wir Menschen!
Wie oft hat Patriarch Pavle diese Worte in der Öffentlichkeit ausgesprochen. Sie sind Ausdruck seines authentischen christlichen Glaubens, den er aktiv lebte und verkörperte. Das hohe Amt hatte er, weiss Gott, nicht gesucht und er musste es in einer politisch äusserst heiklen Lage, am Vorabend des Bürgerkriegs im ehemaligen Jugoslawien antreten. Sein starker Glaube und seine persönliche Integrität liessen damit unvereinbare Ideologien an ihm abprallen, machten ihn zu einer geistlichen und moralischen Autorität und zu einer in allen Gesellschaftsschichten geliebten und respektierten Vaterfigur.
Ich habe S.H. Patriarch Pavle viele Male begegnen dürfen. Sein väterlicher Rat begleitete mich schon als 15-jährigen Zögling des Priesterseminars in Prizren/Kosovo, später als Gemeindepfarrer in der Schweiz. Auf der Rückreise von einer internationalen Friedenskonferenz übernachtete Patriarch Pavle Ende November 1992 in Zürich. Vor der Weiterreise zelebrierte er am frühen Morgen in unserer Kapelle der Hl. Paraskeva im Kirchgemeindehaus an der Zollikerstrasse die Hl. Liturgie.
S.H. Patriarch Pavle war offen gegenüber anderen Konfessionen und Europa überhaupt. Die vielfältige Tätigkeit unserer Dreifaltigkeitskirchgemeinde in Zürich und ihrer schweizerischen Institutionen nahm er mit grossem Wohlwollen wahr. Er sah und erkannte, dass Aufbau und Entwicklung der Kirchgemeinde im Rahmen der schweizerischen Rechtsordnung nur von Vorteil für das Wohl der Serbisch-orthodoxen Kirche und ihrer Gläubigen waren. Als mit dem aufkommenden postkommunistischen Nationalismus dieser Integrationsweg plötzlich in Frage gestellt wurde, hielt Patriarch Pavle seine schützende Hand über unserer Gemeinde. Das wollen wir stets mit Dankbarkeit in Erinnerung behalten.
S.H. Patriarch Pavle war schon zu Lebzeiten mehr mit dem Himmel als mit der Erde verbunden. Wir sollen nicht traurig sein, sondern uns freuen, weil wir die Gewissheit haben, in ihm, der stets Diener seines Volkes war, einen Fürsprecher vor Gott zu haben.
Ewiges Gedenken ! Vecnaja pamjat !


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 Die Vertreter der schweizerischen Landeskirchen gedenken in Gebet und unter dem Gesang "Vecnaja pamjat" des verstorbenen Patriachen Pavle
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 v.l.n.r.: Dr. Luka Müller, Stiftungsratspräsident, Regierungsrat Dr. Markus Notter, Herr Urs Stolz, Präsident der Synode der Christkatholischen Kirche der Schweiz, 2. Reihe v.l.n.r.: Altkirchgemeindepräsident Jovan Nenadov, Pfr. Heinrich Rusterholz, ehem. Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes.
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Hohe Gäste aus der Schweiz und dem Ausland:
Frau Brigitte Heilbronner, Synodepräsidentin der Evang.-ref. Kirche Basel Stadt; Dr. Benno Schnüriger, Präsident der Zentralkommission der Römisch-katholischen Kirche des Kantons Zürich; S.E. Dr. Vitus Huonder, Bischof von Chur und Präsident der Schweizer Bischofskonferenz; Pfarrer, Dr. h.c. Ruedi Reich, Kirchenratspräsident der Evang.-ref. Landeskirche; Weihbischof em. Dr. Peter Henrici; Bischof Dr. Harald Rein, Christkatholische Kirche; Dr. Luka Müller, Stiftungsratspräsident der Stiftung zur Förderung der Serbisch-orthodoxen Kirche in der Schweiz; Regierungsrat Dr. Markus Notter; Herr Urs Stolz, Präsident der Synode der Christkatholischen Kirche der Schweiz; Rev. Trond Bakkevig, Oslo, ehem. Funktionär WCC in Genf; S.E. Botschafter Philippe Welt, Schweizer Botschafter in New Dehli, Indien; u.a.

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In diesem Evangeliar hat S.H. Patriarch Pavle gelesen und seine Unterschrift hinterlassen, als er am 26.11.1992 auf einer Durchreise in der Kapelle der Hl. Paraskeva im Kirchgemeindezentrum die Hl. Liturgie feierte. |
