| Bibliothek "Katarina Jovanovic" |



Die serbische Bibliothek "Katarina Jovanovic" in Zürich wurdе von geflohenen serbischen Kriegsgefangenen gegründet, welche sich nach dem 2. Weltkrieg in der Schweiz wiedergefunden haben. Zu dieser Zeit waren Bücher in serbischer Sprache nur im Privatbesitz zu finden. Dies hat diese Leute dazu veranlasst, Bücher zur allgemeinen Nutzung zu sammeln und so entstand die erste Bücherei in serbischer Sprache mit dem Namen "Milos Obilic". Bereits 1952 hat die Bücherei ihr erstes Statut erhalten. Dieses Jahr wird als Gründungsjahr der serbischen Bibliothek betrachtet.
1954 verstarb in Zürich die Serbin Katarina Jovanovic, Buchhistorikerin und Übersetzerin, Tochter von Anastas Jovanovic, des Vaters der serbischen Fotografie und zugleich bedeutenden Kunstmalers. Dank dem Geschenk aus dem Erbe von Katarina Jovanovic, wuchs die Bibliothek auf mehr als 1 000 Bücher. Aufgrund grosser Verdienste von Katarina Jovanovic um die Bibliothek, hat diese deren bekommen. Die Bibliothek ist in Zürich unter der Nummer 165 im Buch der "Züricher Bibliotheken" (Ausgabe der Züricher Zentralbibliothek 1979) als serbische Bibliothek "Katarina Jovanovic" registriert worden.
In ihrer relativ kurzen Geschichte hatte die Bibliothek schwierige Zeiten zu überwinden. Der Mangel an einem geeigneten Standort war das Hauptproblem. Dieses konnte schliesslich am 31. Mai 1988 gelöst werden. Dank dem damaligen Pfarrer Drasko Todorovic fand die Bibliothek einen defintiven Standort im eigens dafür ausgebauten Dachgeschoss des Gemeindehauses der Serbisch-orthodoxen Kirchgemeinde Hl. Dreifaltigkeit an der Zollikerstrasse 74 in Zürich. Für diesen zweckbestimmten Ausbau des Dachgeschosses investierte die Kirchgemeinde über CHF 100'000.
Heute umfasst die Bibliothek mehr als 13.000 Bücher und Fachzeitschriften, allesamt katalogisch erfasst, sowie weitere tausend neue Bücher in Serbisch und anderen Sprachen.
Die Bibliothek bietet eine hervorragende Möglichkeit und Voraussetzung ein modernes, kulturelles Informationszentrum zu werden, welches nicht nur das Bedürfnis nach Literatur unserer Mitbürger befriedigt, sondern auch allen anderen, die sich für Literatur, Geschichte und Kultur im weitesten Sinne interessieren (wissenschaftliche Mitarbeiter, Studenten, Slawisten, ...) zugänglich ist.
Leider ist auch die Bibliothek von den innerkirchlichen Schwierigkeiten der Serbisch-orthodoxen Kirche in der Schweiz nicht verschont geblieben und ist seit längerer Zeit geschlossen. In der nahen Zukunft ist jedoch eine Neueröffnung vorgesehen.


